Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet am hellen Tag, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet von den Dächern. (Mt 10,27)

 

 

 

 

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Das Herzstück im kirchlichen Stundengebet in der Adventszeit sind die besonderen Antiphonen zum Magnifikat in der Vesper – die sogenannten O-Antiphonen. Die O-Antiphonen sind Anrufungen während der letzten sieben Tage vor dem Heiligen Abend (17. bis 23. Dezember), in denen der kommende Messias mit Bildworten aus dem Alten Testament betitelt wird. Diese Anrufungen beginnen jeweils mit einem «O»:

17. Dezember: O sapientia (O Weisheit)

18. Dezember: O Adonai (O Herr)

19. Dezember: O radix Jesse (O Wurzel Jesse)

20. Dezember: O clavis David (O Schlüssel Davids)

21. Dezember: O oriens (O Morgenstern)

22. Dezember: O rex gentium (O König der Völker)

23. Dezember: O Emmanuel (O Immanuel = Gott ist mit uns)

In einem zweiten Teil steht immer das flehentliche «Veni» (lat. Komm!) im Mittelpunkt. Liest man die Anfangsbuchstaben der Hoheitstitel rückwärts, ergeben sich in einem Akrostichon die lateinischen Wörter ERO CRAS, was so viel heisst wie: «Morgen werde ich da sein». Ein fundamentales Versprechen in der adventlichen Warte- und Vorbereitungszeit. Die Antwort und der Zuspruch auf das bittende «Veni».