Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.
(Mt 11,28)

 

 

 

 

Wohl kein anderes Sakrament hat wie das „Sakrament der Versöhnung“, auch als „Busse“ oder „Beichte“ bezeichnet, so viele Veränderungen erlebt. Entstanden ist es aus dem Taufsakrament, da auch durch die Taufe alle Schuld vergeben wird. Da wir Menschen aber immer wieder die Erfahrung von Schuld und Versagen gegenüber Gott und unseren Mitmenschen machen, will dieses Sakrament die Möglichkeit eröffnen, immer wieder neu beginnen zu dürfen. Die Aussage ist kurz und knapp: Dass Gott uns Menschen immer wieder annimmt, immer für uns da sein will, unabhängig davon, wie weit wir uns von ihm entfernt haben.

Die modernen Geisteswissenschaften, vor allem Psychologie/Psychotherapie, haben die Wertschätzung für das Sakrament der Vergebung neu entdeckt. Im seelischen Heilungsprozess ist es von zentraler Bedeutung, dass der seelisch gekränkte Mensch die Erfahrung macht, dass es ihm vergeben wird und dass er selber verzeihen lernt. Somit kann die Versöhnung mit den Mitmenschen, mit Gott und mit sich selber stattfinden. Denn wer nicht vergeben kann, bleibt in seiner Vergangenheitsproblematik gefangen.

Die Schulderfahrung ist eine der Grunderfahrungen menschlicher Existenz. Aus unserer Schwäche machen wir uns schuldig und/oder werden zum Opfer der Schuld anderer. Die Versöhnung bedingt, dass sich der Mensch seiner Schuld stellt, ohne sich dabei selber zu entwerten, als Ausdruck seiner Menschenwürde und Mitverantwortung.

Das Sakrament der Versöhnung erfolgt in vier Schritten

1. Selbstprüfung

Früher nannte man dies „Gewissensforschung“. Gott möchte uns das „Leben in Fülle“ schenken, aber wir weigern uns oft.

2. Verantwortung übernehmen

Früher nannte man diesen Akt die „Reue“. Grundsätzlich geht es darum, dass man den eigenen Anteil an Verantwortung einsieht und übernimmt.

3. Übungsprogramm

Früher einmal nannte man dies „Vorsatz“ oder „Bussenleistung“. Es geht aber nicht um ein „Abzahlen“, sondern um eine innerliche Wandlung, Umkehr und Reifung. Dabei gilt es, kleine und konkrete Schritte ins Auge zu fassen.

4. Vergebung

Unbewusst befürchten alle Menschen, dass jede Schuld bezahlt werden muss. Es geht also darum, dass wir an Vergebung Gottes glauben. Denn die Vergebung ist nichts anderes als ein Ausdruck der grenzenlosen Liebe Gottes!

 

Buchempfehlung: Anselm Grün, Die Beichte – Feier der Versöhnung, Vier-Türme-Verlag 2001.

 

Beichtgelegenheiten

Jeweils samstags von 17.00–18.00 Uhr

Jeden 1. Freitag im Monat (Herz-Jesu-Freitag) von 20.00 – 21.00 Uhr